Stephan Balkenhol

Die unmittelbar aus dem Holzblock herausgeschlagene menschliche Figur und der Kopf bestimmen seit etwa 1982 das Schaffen des Bildhauers Stephan Balkenhol (geb. 1957). Er bearbeitet mit traditionellem Werkzeug das Holz, das er als lebendige Substanz empfindet. Das weiche Pappel- oder Wawaholz erlaubt es ihm, aus mächtigen Stämmen die Formen und Gesichter seiner Figuren präzise herauszuarbeiten. Sichtbare Spuren wie Riefen, Schrunden, Splitter und Risse verweisen auf den bildhauerischen Arbeitsprozess.

Die Figur, der Kopf, das Gesicht - in seinem körperlichen Volumen akzentuiert durch Farbmarkierungen - bleiben dabei aber seltsam abwesend und schwer greifbar. Ohne jegliches Kennzeichen von subjektivem Befinden und frei von soziologischen und sozialkritischen Bezügen, haben seine Skulpturen etwas Geheimnisvolles und es ist Aufgabe des Betrachters dieses zu entdecken und zu enthüllen. Stephan Balkenhol gilt als wegweisend in der zeitgenössisch figurativen Skulptur und als einer der international renommiertesten Künstler Deutschlands.