Gerhard Hoehme

Biografie

1920 geboren bei Dessau
1989 gestorben in Neuss

Hoehme war im Zweiten Weltkrieg Jagdflieger. Er begann 1948 ein Studium der Malerei in Halle an der Saale, wo er noch bis 1951 lebte. Ab 1952 studierte er an der Kunstakademie in Düsseldorf und lebte in Kaiserswerth, wo er Jean-Pierre Wilhelm begegnete, der ihn wiederum Jean Fautrier und Jean Dubuffet vorstellte. Er gelangte so mit den wichtigsten Vertretern des französischen Informel aus Paris in Kontakt. Seit diesem Zeitpunkt beschäftigte sich Hoehme mit der informellen Malerei. 1957 gründete er, zusammen mit Jean-Pierre Wilhelm die “Galerie 22″, die bis 1960 existierte und ein Zentrum des Informel für Künstler, Musiker und Schriftsteller war. Hoehme wird Mitglied der Düsseldorfer Künstlervereinigung “Gruppe 53″. Nach 1955 malt er auch im Stil der Lyrischen Abstraktion. Hoehmes eigener, spezieller Malstil knüpfte an die Tradition der shaped canvas an.

Er vermischte das Farbmaterial und schaffte mit seinen Gemälden räumliche Strukturen und kombinierte Raumelemente mit bemalten Flächen. Er beschäftigte sich mit dem Combine Painting, schuf kalligrafische Schriftbilder, Strukturbilder und Objektbilder. Ab den 1970er Jahren entstanden seine sogenannten „Damastbilder“. Er wollte damit „offene Bilder“ schaffen, die nicht mehr nur auf der Leinwand wirkten, sondern im Betrachter präsent sein sollten. 1959 war Hoehme Teilnehmer der documenta II in Kassel in der Abteilung Malerei. 1960 wurde er mit dem Villa Massimo-Preis in Rom ausgezeichnet. Im Jahr 1962 erfolgte die Veröffentlichung seiner Texte: „Wegzeichen im Unbekannten“. 1967 schrieb er sein Manifest „Relationen“. Von 1960 bis 1985 war Hoehme Professor an der Staatlichen Kunstakademie.