Neue Sachlichkeit

Anton Räderscheidt, geboren 1892 in Köln, studierte 1910 bis 1914 an der Kunstgewerbeschule Köln und der Düsseldorfer Kunstakademie. Ab 1919 arbeitete er als freier Künstler in Köln und gründete mit Franz Wilhelm Seiwert, Heinrich Hoerle, Hans Arp und Wilhelm Fick die Gruppe „Stupid“. Sein erstes Atelier eröffnete er 1913 in der Richard Wagner Strasse in Köln. Räderscheidt zählt zu den führenden Malern der Neuen Sachlichkeit während der 20er Jahre und gilt als herausragende Persönlichkeit der rheinischen Kunstszene.
Die Neue Sachlichkeit, auch bekannt als Magischer Realismus (der Begriff wurde vom Kunstkritiker Franz Roh eingeführt) bezeichnet eine Kunstrichtung gegen Ende der zwanziger Jahre deren Darstellungsweise betont sachlich und emotionslos war.

Meist von einer expressionistischen und/oder dadaistischen Phase herkommend bestimmte nun eine lineare naturalistische Malweise die Bilder der Künstler der Neuen Sachlichkeit. 

Anton Räderscheidt malte wie er lebte, und jede Figur, jeder Mensch, den Räderscheidt malte, war er selbst. Er selbst war der Prototyp aller von ihm porträtierten Männer, und sogar in den Porträts seiner Frau (zu diesem Zeitpunkt Martha Hegemann), die Prototyp aller von ihm gemalten Frauen war, spiegelte sich sein eigenes Gesicht (…).
Katalog AR G. Herzog S. 28